Luftwärmepumpe


Unsere Luftwärmepumpe ist seit 6 Monaten im Betrieb, es ist Zeit erste Bilanz zu ziehen.

Das Heizgerät ist vom Typ Dimplex LIKI 14 TE 11 KW, für Innenaufstellung. Nettopreis (nur für das Gerät, ohne Zubehör und Installation) – 11466,50€. Damit heizen wir, eine 4 köpfige Familie, 240m² Fläche, inkl. Kellerräume wegen Arbeitszimmer im Keller und fehlender Trennung zwischen Keller und EG.

Erfahrungen

Die Entscheidung für eine Luftwärmepumpe war erzwungen, wir haben keinen Gasanschluss, deshalb mussten wir zwischen Luftwärmepumpe oder Pelletsheizung wählen. Da die Pelletsheizung erheblich mehr Platz in Anspruch nimmt und die Preise noch weniger durchschaubar sind, hat die Pumpe ihren Platz in unserem Keller gefunden.

Für die, die noch keine Entscheidung getroffen haben, helfen vielleicht die kostenlose Kataloge und Planungsunterlagen, siehe hier.

Die Eckaufstellung der Luftwärmepumpe ist recht sparsam, nur ca. 2m² werden gebraucht. Die Luft wird von einer Hausseite angesaugt und kommt auf der anderen raus. Hier soll man aufpassen, dass keine Terrasse oder Spielplatz auf der Ausblasseite sich befindet. Wegen Luftzug (spürbar auch in 6 Meter Entfernung) und Lufttemperatur (gekühlt).

Bis jetzt sind wir mit der Funktionalität der Pumpe zufrieden – Warmwasser ist wie eingestellt 45° warm und die Innentemperatur ist konstant bei ca. 22°.  Die Pumpe ist im Erdgeschoss nicht zu hören.

Verbrauch der Luftwärmepumpe

Stromverbrauch der Luftwärmepumpe bleibt die spannende Frage. Die Statistiken der letzten 5 Monaten liegen vor: der Verbrauch, Tiefsttemperatur und Höchsttemperatur (danke an wetteronline.de).

Die Luftwärmepumpe ist so eingestellt, dass das Warmwasseraufbereitung (400 Liter Warmwasserspeicher) nur nachts stattfindet (22:00-05:00), zum Nebentarifpreisen (ca. 6% billiger). Die Heizung läuft in Abhängigkeit von Rücklauftemperatur in Bodenheizung ohne Sperrzeiten.

Lüftwaermepumpe Verbrauch

Luftwaermepumpe Verbrauch

Weitere Statistik Jahresverbrauch Juni 2011 – Mai 2012 hier.

Die Verteilung des Verbrauchs der Pumpe entspricht meinen Erwartungen – im Juli habe ich den Keller dazugenommen (zum Trocknen) und im August die Leistung gesenkt (weil die Feuchtigkeitswerte nach unten gegangen sind). Im Oktober ist die Temperatur draußen deutlich gesunken, gegenüber von Juni-Juli um 10°. Diese Änderung widerspiegelt sich im doppelten Stromverbrauch der Pumpe.

Tiefsttemperatur (Statistik 06-10.2011)

Tiefsttemperatur (Statistik 06-10.2011)

Höchsttemperatur (Statistik 06-10.2011)

Höchsttemperatur (Statistik 06-10.2011)

Die Recherchen im Internet ergaben, dass die 5 Monate, Juni-Oktober, ungefähr 13% des Jahresverbrauches haben. Beim Hochrechnen komme ich auf ca. 9500KWh/Jahr. Das bedeutet mit dem momentanen Luftwärmepumpen-Tarif von infra Fürth, unser lokaler Stromlieferant, ca. 1620€/Jahr.

infra Fürth Lüftwärmepumpe Tarif 2011, Nebenzeit und Hauptzeit

infra Fürth Luftwärmepumpe Tarif 2011, Nebenzeit und Hauptzeit

Übrigens, bei den Strommengen sollte man auf jeden Fall aktuelle Tarife prüfen, man kann schnell mehrere Hunderte Euro im Jahr sparen.

Offene Fragen

Wenn die Änderung von -10° eine Verdoppelung des Verbrauchs bedeutet und Nachtstrom nur 6% billiger ist, macht es immer noch Sinn die Sperre für Warmwasseraufbereitung einzuschalten? Die Tagestemperaturen sind immer, je nach Jahreszeit, 5-10° höher. Heißt es nicht, dass ich mit teurerem Strom um 14:00 viel mehr Wärme schaffe als mit billigerem um 23:00? Die Einstellung hat ein Vertreter von Dimplex gemacht, jetzt habe ich aber die Sperre ausgeschaltet. Schauen wir was effektiver ist.

Tuning der Einstellungen – der Experiment und die Ergebnisse in https://hausbaublog.com/luftwaermepumpe-einstellung/

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23 Antworten

  1. Andy sagt:

    Hallo,
    danke für die sehr interessante Zusammenstellung. Wir werden auch eine Luftwärmepumpe einsetzen und hoffen auf ähnlich Ergebnisse.

  2. Andy sagt:

    Wir haben auch einen Bericht zu unserem Energiekonzept erstellt. Ich hoffe es geht auf und mich würde natürlich die Meinung eines „gestandenen“ Hausherren sehr interessieren. Energiekonzept

  3. Andy sagt:

    Hallo,

    mich würde mal interessieren, wie es bei den aktuellen Temperaturen mit der Effizienz der Wärmepumpe aussieht. Müsst ihr momentan mit Strom „nachhelfen“ oder reicht die Leistung der WP noch aus?

    Grüße
    Andy

    • admin sagt:

      Hallo Andy,

      die Pumpe sollte sich mit Strom selber helfen 😉
      Ab -X° wird der Heizstab eingeschaltet. Je kälter, desto mehr Wärme sollte vom Heizstab kommen.
      Bei den Temperaturen, letzte Woche tagsüber -10° nachts -17°, verbraucht die Pumpe am Tag ca. 60kW (ca. 10€). Temperatur innen – 21-23°, 200m² beheizte Fläche, incl. Räume im Keller.
      Ich nehme die Zahlen eigentlich gelassen (der erster Winter, eine Kellerwand noch nicht gedämmt, Außenputz fehlt).

      Grüße
      Alexander

  4. Andy sagt:

    Hallo Alexander,
    besten Dank für diese Erfahrungswerte. Ich bin mal gespannt wie das bei uns wird mit der WP…

    Viele Grüße
    Andy

  5. WhiteCube sagt:

    Hallo Alexander!

    So wie ich es herauslesen konnte läuft Eure Wärmepumpe bereits ab 2 Grad Minus mit dem Elektroheitzstab zusätzlich. Das resultiert womöglich auch daraus, dass das Innengerät nicht so effizient ist wie ein Splittgerät.

    Wir haben ca. 300 m2 zu heizen und haben ein Splittgerät. Ab Temperaturen von ca. minus 10 Grad schaltet sich hie und da der Elektroheitzer dazu.

    Das mit dem Nachtstrom kann man sowieso vergessen, da (wie Du ja selbst schreibst) die Wärmepumpe am Tag effizienter arbeitet und weniger Strom für die gleiche Wärmeleistung benötigt.

    Wir haben in unserem Haus, welches gleichzeitig auch unser Firmenbüro ist (300m2) einen Gesamtstromverbauch von maximal 110 kw am Tag (als es minus 17 Grad hatte). Im Sommer (quasi ohne Heizung) kommen wir am Tag so an die 25 kWh.

    LG Roland

  6. Hausbau Blog sagt:

    Hallo zusammen,

    ich wollte auch mal unsere Meinung zum Thema Wärmepumpe im allgemeinen Kund tun. Wir haben uns nämlich für Gas entschieden. Und warum? Weil wir die Kosten für die WP hätten finanzieren müssen. Und wenn man das ganze dann mit den Zinsen erneut rechnet, lohnt sich das nämlich nicht. Ergo: wir setzen auf Gas und Solaranlage für Warmwasser.

    Das war die kurze Version. Ausführlich gibts das auch unter:
    http://www.haus-bau-blog.de/heizung/heizung-im-vergleich-gas-oder-waermepumpe-hausbau-neubau/

    viele Grüße.
    PS: Baubeginn in 2 Wochen Anfang April 🙂 Yipppie

  7. Christian sagt:

    Hi,

    kannst du schon sagen, was aus dem Experiment rausgekommen ist, nicht mehr den Nachtstrom zu nutzen und dafür in den kalten Monaten tagsüber WW aufzubereiten?
    Stehe nämlich vor der gleichen Problematik….

    Vielen Dank
    Christian

    • admin sagt:

      Hallo Christian,
      der Stromverbrauch der Pumpe hat im letzten Jahr gesunken (z.B. Juni-September 2011 war es 783kWh, die Monate 2012 – nur 310KWh). Besonders im Nebentarif, nachts, merkt man das – von 578KWh auf 156KWh. Es ist allerdings schwer zu sagen woran es genau liegt. Das Haus war neu und noch nicht ganz trocken. Was man mit Sicherheit sagen kann – das Heizen mit Luftwärmepumpe nachts ist NICHT effizient. Sie auch hier http://pneumologe.net/luftwarmepumpe-jahresverbrauch/.
      Grüße
      Alexander

  8. Karsten sagt:

    Hallo Zusammen,
    ich stehe auch vor der Entscheidung zwecks Luftwärmepumpe oder nicht. Nächstes Frühjahr gehts los mit bauen. Ich habe vor,den Stromverbrauch etwas mit Fotovoltaik abzufangen. Ob das sinnvoll ist?
    Grüße Karsten

  9. Christian sagt:

    Hi!

    Erstmal Respekt das Du den Blog so durchgezogen hast.
    Mich interessiert wo Du die Daten wie:
    Durchschnittstemperatur
    und KWh abgreifst.
    Ich selbst habe eine Erdwärme Pumpe von Vailant und mir ist aufgefallen das die Werte der anzeige nicht ganz stimmen können.
    Vor allem beim Thema der Außentemperatur zeigt meine Wetterstation vom BusSystem meist andere Werte als der Fühler der Pumpe.

    lg
    Christian

  10. admin sagt:

    Hi Christian,
    die Energieverbrauch kommt direkt von 2 Stromzählern, HT und NT. Ich wüsste nicht wo die Daten sonst kommen könnte 😉
    Die Temperaturen nehme ich entweder von wetteronline.de (die Höchst-, und Tiefsttemperatur pro Tag oder von de.statista.com. Die zweite Quelle ist natürlich unpräzis, für Deutschland berechnet. Aber im Großen stimmt. Die Daten brauche ich eher um vergleichen zu können, dafür ist es ausreichend wenn die Tendenz gleich bleibt.
    Grüße
    Alexander

  11. Martin sagt:

    Fazit: Die Pumpe allein hat Schon im Oktober rd. 100€ Strom verbraucht (500 kWh bei 20ct/h). Und das soll Geld sparen???? Schaut euch mal die fallenden Gaspreise an….

    • admin sagt:

      @Martin: Schau dir die Weitere Artikel zu dem Verbrauch – der Verbrauch ist um ca. 25-30% gesunken (das Haus ist erst im 2011 gebaut worden).
      Was die Gazpreise betrifft – diese werden mE im 2013 steigen und das Niveau vom Anfang 2012 sicher übertreffen.

  12. Dirk sagt:

    Hallo,
    habe eure Beträge mit Spannung gelesen. Ist ja nun schon eine Weile her. Wie haben sich denn aktuell die Verbräuche entwickelt.
    wir stehen auch vor der Entscheidung GasTherme oder Luft Wärmepumpe.
    kann die Kosten für den Gasanschluss (ca.2500 EUR) und die staatl förderung von ca. 1800 EUR gegenrechnen, sodass die Mehrinvestition ca. 3000 EUR ausmacht.
    Hoffe auf eurte Tipps

    Vielen Dank
    Dirk

  13. admin sagt:

    Hallo Dirk,

    der Stromverbrauch ist jetzt stabil, du kannst hier schauen: https://pneumologe.net/luftwarmepumpe-und-die-neue-strompreise/

    Ein Tip zu geben ist schwer, es sind zu viele Faktoren die den Verbrauch beeinflußen – Größe der beheizten Fläche, qualität der Dämmung, Anzahl von Bewohner etc. Aber die Differenz – 3000€ – scheint mir eher ein Argument für LWP zu sein (ich glaube bei uns war die differenz erheblich größer). Bei einem „guten“ Verbrauch, holt man die Different schnell zurück.

    Bei uns war die Entscheidung leichter – der Gasanschluß war nicht möglich.

    VG
    Alexander

  14. Jan sagt:

    Hallo Alexander,

    wir stehen kurz vor der Entscheidung. Wir bauen eine KfW70 Doppelhaushälfte mit 110m². Also eine eher kleine Grundfläche. Im EG und OG wird jeweils mit Fußbodenheizung geheizt. Ich habe hier in den Kommentaren eher von größeren Wohnflächen gelesen.

    Was ist deine persönliche Meinung zu einer Luftwärmepumpe für ein eher kleines Haus. Da wir uns in Küstennähe befinden haben wir in der Regel auch nicht sooo kalte Winter wie beispielsweise im Osten oder Süden des Landes. Aber auch wir haben mal -15°C, aber dass ist auch eher selten.

    Da unser Grundstck auch sehr klein ist habe ich ein bisschen die befürchtung, dass das Außenteil der LWP uns den „Garten“ mit der kühleren Abluft versaut.

    Wäre klasse wenn duu einfach mal deine Meinung abgeben könntest.

    Vielen Dank!

    • Alexander sagt:

      Hallo Jan,

      es ist schwer die Heizungsarten zu vergleichen, keiner hat LWP und z.B. Gasheizung gleichzeitig…

      Das Hauptkriterium – die Preise für Strom oder Gas/Öl/Pellets/Holz – sind schwer vorhersehbar, obwohl voneinander abhängig.
      Ich würde mich für eine Pumpe entscheiden, wenn:
      – das Haus gut isoliert ist (du schreibst ja KfW 70)
      – NUR Fußbodenheizung geplant wird
      – die Räume nicht mehr als 22° warm sein sollen.

      Was die Abluft angeht, siehst du es absolut richtig. Es macht keinen Spaß unter der Abluft zu sitzen. Obwohl die Pumpe im Sommer durchschnittlich nur ca. 20 min arbeitet, ist die Abluft um die gefüllte 10-15° niedriger als die Außentemperatur. 2 Meter links oder rechts spürt man den kalten Luft nicht mehr.

      Grüße
      Alexander

  15. Dipl.-Ing Robert Brockmann sagt:

    Eine von der Viessmann Group entwickelte Technologie wird verhindern, dass der Verdampfer einer Luftwärmepumpe zureift. Dieses erlaubt es die JAZ von Luft/Wasser-Wärmepumpen von 3 auf 3,75 zu erhöhen. Durch diese Technologie werden Luft/Wasserwärmepumpen genauso effektive wie Erdreich Wärmepumpen werden.

    siehe wikipedia: https://de.wikipedia.org/w/index.php?title=Reif_(Technik)&stable=0

    Nähers zur, von der Viessmann Group entwickelten, Technologie, unter DIE Kälte + Klimatechnik, KK10, 2016, Bereifung des Verdampfers im Anströmbereich der Kältemaschine verhindern, (Deutliche Effizienzsteigerung) . Das Verfahren wurde zum Patent angemeldet.

  16. Ree sagt:

    Seit dem Einbau ist ja nun einige Zeit vergangen. Wie sind die Langzeiterfahrungen damit?

    LG
    Rene

  17. Hannes sagt:

    Mega spannend. Vielen Dank, dass du dir die Zeit genommen hast, mit uns deine Daten und Erfahrungen zu tauschen. Ich prüfe im Moment auch, ob eine Wärmepumpe für uns in Frage kommt.
    Ich bin noch immer etwas hin und her gerissen, welche Pumpe eingebaut wird. Mit wie viel muss man heute rechnen zum Einbau einer Luft-Luft-Pumpe? Einiges an Informationen über Wärmepumpen, Kosten und Fördermittel habe ich hier gefunden: https://www.energieheld.ch/heizung/waermepumpe
    Da legt man schon einen schönen Batzen hin. Aber mit den Förderleistungen und Daten wie im Artikel lässt sich das schon rechnen und lohnt sich dann langfristig. Die Entscheidung ist noch nicht getroffen, aber wir freuen uns.
    Weiter so 🙂 und vielen Dank!

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