Hausbau 4.0: Wie können vernetzte Lösungen Handwerker und Heimwerker unterstützen?

Die Digitalisierung zieht schon seit einigen Jahren weite Kreise und so ist sie längst auch beim Hausbau angekommen. Aber warum ist das Thema auch in diesem Bereich so interessant und wie können Bauherren davon profitieren? Worauf muss bei der Umsetzung vom „Hausbau 4.0“ geachtet werden?

Warum wird das Thema Digitalisierung auch beim Hausbau immer wichtiger?

Bei der zunehmenden Digitalisierung der Baubranche handelt es sich keineswegs um ein neuartiges Phänomen. So wird beispielsweise die Hausplanung bereits seit vielen Jahren stark von der Digitalisierung beeinflusst. Schon zur Jahrtausendwende nutzte ein Großteil der Architekten nicht mehr die altbekannten Zeichenbretter, sondern tauschten diese gegen moderne BIM/CAD-Hausplanerprogramme aus. Damit ist es den Bauherren möglich, bereits vor dem Kauf der Immobilie einen detailgetreuen Blick auf ein dreidimensionales Modell zu werfen. In der heutigen Zeit lassen sich damit zahlreiche Details der Pläne erfassen, ohne dass ein komplexer Modellbau notwendig ist. Demnach spielte die Digitalisierung beim Hausbau schon sehr früh eine entscheidende Rolle. In den kommenden Jahren ist davon auszugehen, dass die Branche nochmals gehörig durch die Digitalisierung umgekrempelt wird.

In welcher Form können hier speziell Handwerker und Bauunternehmen profitieren?

Die Digitalisierung hört im Bauwesen auf den Namen „BIM“ (Building Information Modeling). Es handelt sich dabei um eine Methode des vernetzten Arbeitens. Alle für den Bauprozess relevante Informationen können hierdurch gebündelt werden, sodass ein exakter Zwilling von dem erstellt werden kann, was später gebaut wird. Da die Bauprojekte immer komplexer werden und beim BIM auch zusätzlich die Faktoren Kosten und Zeit einbezogen werden, können Bauunternehmen und Handwerker unabhängig von einzelnen Mitarbeitern einen optimalen Überblick behalten. Prozessabläufe, Zeitaufwand, Materialmengen und Materialkosten berechnen sich automatisch, wodurch dem Planer natürlich viel Zeit erspart bleibt: Wie verändert sich der Energiehaushalt des Gebäudes, wenn das Fassadenmaterial geändert wird? Wie wirkt sich ein anderer Bodenbelag auf die Kosten aus? Wie viel ist die Immobilie wert? – Kurz: Durch die Digitalisierung in der Baubranche berechnet sich ein Objekt virtuell fast von alleine. Auch der Großteil des Tagesgeschäfts (Verträge, Messungen, Analysen, etc.) lassen sich mit BIM weitestgehend automatisieren. Für den Bauherren ermöglicht es hingegen eine deutlich genauere Kostenkalkulation und Planungssicherheit.

Welche Bereiche sind bei Hausbau besonders prädestiniert für das Thema Digitalisierung und welche Vorteile können sich dadurch ergeben?

Viele Bauherren verfolgen das Ziel, bei der Hausbauplanung ökologische Aspekte mit einfließen zu lassen. In den vergangenen Jahren brachte die technische Entwicklung sehr effiziente Photovoltaikanlagen, Wärmepumpen und zentrale Lüftungssysteme hervor, die es ermöglichen, deutlich energiesparender zu Wohnen. Ohne diese technischen Innovationen können moderne Baukonzepte wie beispielsweise Passivhäuser nicht realisiert werden. Die Digitalisierung erweist sich unter ökologischen Gesichtspunkten als großer Vorteil. Aber auch finanziell lohnen sich die effizienten Systeme. So kann ein intelligentes Heizsystem helfen die laufenden Kosten deutlich reduzieren, denn während der eigenen Abwesenheit kann die Innenraumtemperatur niedriger reguliert werden. Langfristig betrachtet spart man damit unbemerkt viel Energie ein. Angesichts der Prognosen, die auf stetig steigende Energiepreise hindeuten, kann dies für den Bauherren einen wertvollen Vorteil bedeuten.

Worauf gilt es bei der Umsetzung zu achten und welche Fallstricke gibt es?

Beim Hausbau dürfen die Anschaffungskosten nicht in den Hintergrund geraten, denn es muss bedacht werden. Für ein Passivhaus kann schnell ein Betrag von rund 100.000 Euro zusammenkommen, wenn sich der Käufer für eine vollumfängliche technische Ausstattung entscheidet. Zudem bringen die technischen Innovationen beim Hausbau eine höhere Anfälligkeit im Haus mit sich. Da in Zukunft große Teile des häuslichen Lebens auf die digitale Nutzung abgestimmt sein wird, kann eine Störung schnell weite Kreise ziehen. Das funktionierende Smart Home setzt außerdem die Verarbeitung und Speicherung enormen Datenmengen voraus. Da es sich dabei teilweise um sensible Daten handelt, dürfen diese natürlich nicht in die Hände dritter bzw. unbefugter Personen gelangen. So könnten sich beispielsweise Einbrecher an den Daten bedienen und sich über die Struktur der Sicherheitsmechanismen informieren. In den kommenden Jahren werden deshalb noch viele Fragen im Hinblick auf die Datensicherheit beantwortet werden müssen.

Blick in die Zukunft: Welche Trends könnten in Bezug auf das Thema „Hausbau 4.0“ in den nächsten Jahren noch anstehen?

Immer mehr Menschen möchten ihr Zuhause digitalisieren und so setzen schon jetzt immer mehr Bauunternehmen auf eine zentrale Steuereinheit, die sich nach den individuellen Wünschen des Bauherren einplanen lässt. Damit ist die Grundlage für künftige Neuerungen der Digitalisierung beim Hausbau geschaffen. Technische Neuheiten können sodann ohne großartigen Aufwand in die bestehenden Strukturen integriert werden. Auch bei älteren Immobilien erwarten Experten eine regelrechte Welle der Nachrüstung. Schon heute ist die Nachfrage nach den Umrüstungen sehr hoch, denn die Vorteile, die mit der Umstellung einhergehen, sind für viele sehr attraktiv.

Fazit

Die Digitalisierung ist längst auch in der Hausbaubranche angekommen. Wie sich zeigt, werden davon in Zukunft sowohl die Bauunternehmen profitieren, als auch deren Kunden. Um die Chancen nutzen zu können, müssen jedoch im Vorfeld auch die Risiken sorgfältig mit einkalkuliert werden. Dazu gehört neben dem finanziellen Aspekt auch das Thema der Sicherheit.

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