Fußbodenheizung Tuning – Leistung der Umwälzpumpe und hydraulischer Abgleich

Umwälzpumpe Grundfos Alpha2

Umwälzpumpe Grundfos Alpha2

Man lernt immer wieder was Neues beim Bau 😉 Mit den kälteren Temperaturen im Dezember haben wir bemerkt dass die Fußbodenheizung im Obergeschoss sich viel „passiver“ anfühlt als im Erdgeschoss oder im Keller. Eine Erhöhung der Heizkurve der Luftwärmepumpe hat eine Wirkung wiederum nur in den unteren Geschossen gezeigt aber nicht im Obergeschoss. Der Boden in Kinderzimmer war einfach kalt.

Nach 2-3 Tagen Überlegungen (es hat doch im letzten Winter gut funktioniert…) konnte ich mich erinnern, dass ich im Frühjahr 2012 die Leistung der Umwälzpumpe auf „automatisch“ umgestellt habe, nach Rücksprache mit meinem Heizungsbauer…

Wir haben die Umwälzpumpe Grundfos Alpha2, die die Intelligenz besitzen soll die nötige Leistung selber zu ermitteln. Der Heizungsbauer hat aber damals vergessen diese auf „AutoAdapt“ Modus umzustellen und sie lief 10 Monaten nach dem Umzug mit der maximalen Leistung 45W. Die Leistung, die Umwälzpumpe auf dem Display in AutoAdapt Modus zeigte, war 5-10W.  Das Zurückstellen von AutoAdapt auf 45W hat das Problem sofort gelöst.

Die offene Frage – warum funzt AutoAdapt nicht? Nach Recherchen im Internet hat sich herausgestellt dass die Funktion NUR dann zuverlässig tickt, wenn die Fußbodenheizung (gilt auch für Radiatoren) hydraulisch abgeglichen ist (s. hier). Der Abgleich wurde an unseren FBH nicht durchgeführt.

Es gibt sehr viele Faktoren die die Wirkung der Heizung in einzelnen Zimmer beeinflussen: Heizungsart, Bodenbelag, eingestellte Zimmertemperatur, Sonne etc. Deshalb soll der Abgleich dann gemacht werden, wenn die Innenausbau abgeschlossen ist. Laut einer Abschätzung  aus Internet soll das Ersparnispotential von Heizkosten durch einen hydraulischen Abgleich bis zu 10% betragen, was bei den aktuellen Strompreiserhöhung ab 2013 sofort > 100€/Jahr bringen würde.

Es gibt sicher wissenschaftlichere Methoden als diese, die mir vom Heizungsbauer empfohlen wurde: die Vorlaufventile am Heizungsverteiler so zuzudrehen (separat für jedes Zimmer), dass die gewünschte Verteilung des Druckverlustes erreicht ist. „Gemessen“ soll alles nach Gefühl – einstellen, warten, prüfen ob die Zimmertemperatur passt. Man braucht zwar keine Geräte  für die Methode, ich zweifele aber an deren Genauigkeit…

Vorgestern drehte ich die Ventile zu, im Keller mehr, im Erdgeschoß weniger. Im Obergeschoss sind sie komplett offen. Die Leistung der Umwälzpumpe auf 30W gesenkt. Gestern konnte man schon spüren, dass Bodentemperatur im Keller gesunken war, im Obergeschoß keine Änderung gegenüber von 45W Umwälzpumpenleistung. Nächste Tage werde ich die Leistung weiter senken. Das Ziel ist den AutoAdapt Modus durch die korrekten Einstellungen von Druckverlust zu ermöglichen.

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5 Antworten

  1. A.-N. Dr. Eas sagt:

    Hör auf deinen H-Bauer, er weiß was er sagt. Hydraulischen Abgleich haben die Bauträger erfunden um die Leute davon abzuschrecken die Heizung selber zu verlegen, und die ahnungslosen Bauherren bequemer melken zu können. Das Wasser nimmt ja bekanntlich immer den Weg des geringsten Widerstandes (es hat nun mal keine Prinzipien oder falsche Ambitionen). Und das längste Rohr hat nun mal den größten Widerstand, also versucht es sich durch den kürzesten Heizkreis zu zwängen. Der Rest, der es nicht schafft, nimmt den nächstlängeren usw. Für den längsten HK gibt es möglicherweise keine Interessenten mehr. Um die Lage zu verbessern kannste entweder deine Pumpe naufdrehen (hasste ja grad getan) oder man versucht die Widerstände der HKe in Gleichgewicht zu bringen. Leider kannst du Rohrwiderstand deines längsten HK nicht verringern, also drosselst du die kürzeren. In deinem Fall würde ich in OG in Zimmern wo du warm haben möchtest (Bad und beide Kinderzimmer) Ventile am Verteiler komplett aufmachen und in restlichen Räumen zu 50% zudrehen, und schauen was passiert. Dann regelst du diese restlichen Räume solange rauf und runter bis das Ergebnis passt. (Pumpeneistellung würde ich auf Auto-Adapt stellen) Ach ja, denk daran die Stellmotore (noch eine Erfindung fürs Gewinnmaximieren) in dieser Testphase außer Gefecht zu setzen. Es dauert 1-2 Monate bis man DIE Einstellung findet. Dann schaltest du die Motore wieder ein und hoffst dass deine Einstellung nicht kaputt geht. Wenn du diese Teile in Ebay mit Gewinn losschlagen kannst würde ich es mir ernsthaft überlegen. Also dann eine Familienpakung der Raumthermometer bestellen und das Spiel beginnt!

  2. A.-N. Dr. Eas sagt:

    Ach ja, bei den Räumen in OG- nimm als Null einen „warmen Raum“ mit dem längsten Heizrohr. Es ist üblich, dass Heizungsbauer es auf den Röhren im Verteilerkasten notiert.

  3. A.-N. Dr. Eas sagt:

    Hello again!
    Also Druck, ob OG oder Keller ist ja gleich (und zwar gleich dem was deine Pumpe ausgibt, du kannst dich bestimmt an die Ausführungen des Physikleherers erinnern über Druckverteilen in Flüssigkeiten im geschlossenen Volumen). Mit Ventilen tust du die Menge regeln. Je mehr heisses Wasser durch den HK durchschiesst, umso mehr Energie kann es auch an Estrich abgeben. Mit erhöhtem Druck kannst du die Reibverluste im HK ausgleichen und somit auch den längeren HK durchpusten- deswegen funzt dein OG nur bei erhöhtem Druck, denn auch die Zulaufleitung vom Kessel zum Verteiler hat ihren Widerstand. Und was die Zeit betrifft- es ist ja nicht so dass das Haus in dieser Zeit unbewohnbar ist, und mal unter uns arg viel Arbeit ist es auch nicht- mit einer Bierflasche am Abend durchs Haus gehen und an Ventilen ein bisschen fummeln. Und mach es nicht mathematisch- vergiss Kombinatorik, wie dein HBauer schon sagte- nach Bauchgefüll. Und sollte der Winter nicht ausreichen- es kommt auch der nächste (ausser die Maya doch recht hatten, aber dann ist es ja eher wurscht)

  4. admin sagt:

    Hi du!

    zuerst, danke für deine Kommentare!

    Bei der Zeitabschätzung hast du definitiv Recht, es wird sicher Monaten dauern bis DIE Einstellung mit dieser Methode gefunden wird. Ich habe insgesamt 15 Heizungskreise, da steigt die Anzahl der Optionen, nach Kombinatorik, in Unendlichkeit… Ich muss nur hoffen dass der Winter lang genug ist 😉

    Dazu sind die Ventile leider nicht „mathematisch“ genug. Im Keller habe ich die Ventile zuerst zugemacht und dann ca. 270° aufgedreht. Die Temperatur im Keller passt, aber man kann nicht wissen wie sich der Druckverlust gegenüber von dem OG geändert hat. Ist es jetzt 50% mehr oder 20%?

    Die Nächste Frage – wie stark ist der Einfluss von einem, in der EG komplett offenem Kreis, auf Druck im OG? (In der EG habe ich das Bad 100% offen gelassen).
    Heute habe ich die Leistung der Umwälzpumpe auf 25 gesenkt, schauen wir, ob Kinder in Kinderzimmern noch spielen können 😉

    Grüße
    Alexander

  1. 14. Dezember 2012

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